APC (Article Processing Charge):
Publikationsgebühr, die bei Open-Access-Artikeln vom Autor bzw. dessen Institution/Förderung gezahlt wird. Soll die Kosten für Begutachtung, Redaktion und Bereitstellung decken. Höhe variiert stark (einige hundert bis mehrere tausend Euro). Nicht alle Journals erheben APCs – Subskriptionsjournals nicht, da dort Leser zahlen.
Betreuungsvereinbarung:
Ein schriftlicher Vertrag zwischen Promovierendem und Betreuer:in, in dem Ziele, Zeitplan, Treffen und Aufgaben beider Seiten festgehalten werden. Er schafft Klarheit über Erwartungen (siehe Abschnitt 9.3).
Bias (Verzerrung):
Systematischer Fehler in einer Studie, der Ergebnisse in eine Richtung verschiebt. Bias kann z.B. entstehen durch unausgewogene Stichproben (Selektionsbias), durch Einfluss der Untersuchungssituation auf Teilnehmer (Beobachtungsbias) oder durch einseitige Berichterstattung (Publikationsbias). Bias zu erkennen und zu minimieren ist ein zentrales Ziel guter Studienplanung.
Case Report Form (CRF):
Ein Erhebungsformular (gedruckt oder digital), in dem in einer Studie alle erforderlichen Informationen pro Proband dokumentiert werden. Ein CRF strukturiert die Datenerfassung (z.B. Fragenkatalog, Messwerte) und stellt sicher, dass bei jedem Teilnehmenden dieselben Daten erhoben werden.
Co-Tutelle:
Ein kooperatives Promotionsverfahren zwischen zwei Universitäten, meist in verschiedenen Ländern, mit gemeinsamer Betreuung und oft einem gemeinsam anerkannten Abschluss.
Confounder (Störfaktor):
Eine Variable, die sowohl Einfluss auf die untersuchte Ursache als auch auf die Wirkung hat und so einen scheinbaren Zusammenhang erzeugen oder verdecken kann. Beispiel: Das Alter kann ein Confounder sein, wenn ältere Menschen mehr Medikamente nehmen (Exposition) und zugleich häufiger erkranken (Outcome). Durch Randomisierung oder statistische Adjustierung versucht man, Confounder zu kontrollieren.
COPE:
Committee on Publication Ethics. Ein internationales Netzwerk, das Leitlinien für Publikationsethik herausgibt. Viele seriöse Journals sind COPE-Mitglied und verpflichten sich damit, ethische Standards einzuhalten (z.B. Umgang mit Interessenkonflikten, Umgang mit Fehlverhalten). Bei Autorschaftskonflikten oder Verdacht auf Misconduct bieten COPE-Richtlinien Orientierung.
Creative-Commons-Lizenz (CC-Lizenz):
Standardisierte Lizenzform, mit der Urheber festlegen, wie andere ihr Werk nutzen dürfen. Beispiele: CC BY (Nutzung erlaubt mit Namensnennung), CC BY-NC (nur nicht-kommerzielle Nutzung) usw.
Data Availability Statement:
Abschnitt in wissenschaftlichen Artikeln, der beschreibt, ob und wie die zugrundeliegenden Daten zugänglich sind. Beispiele: Offen im Repositorium mit DOI, auf Anfrage vom Autor erhältlich, nicht verfügbar aus Datenschutzgründen etc. Viele Journals verlangen solch ein Statement als Teil der Publikation, um Transparenz zu fördern.
Datenschutz-Folgenabschätzung (DSFA):
Prüfung nach DSGVO, ob eine geplante Datenverarbeitung hohe Risiken für Betroffene birgt, und falls ja, Dokumentation dieser Risiken und Gegenmaßnahmen.
Desk Reject:
Ablehnung eines Manuskripts durch die Redaktion ohne externe Begutachtung. Erfolgt oft kurz nach Submission, wenn das Paper erkennbar nicht ins Journal passt oder gravierende Mängel hat. Spart Zeit für alle Beteiligten. Für Autor:innen ein Signal, das Manuskript stark zu überarbeiten oder woanders einzureichen.
Deskriptive Statistik:
Beschreibende Statistik; fasst Daten zusammen, ohne über Zufall zu urteilen. Dazu zählen Mittelwerte, Prozentsätze, Tabellen und Grafiken, die einen Datensatz verständlich machen. Beispiel: „Das Durchschnittsalter beträgt 34 Jahre bei einer Spannweite von 22– fifty.“
Disputation:
Die öffentliche Verteidigung deiner Doktorarbeit. Du präsentierst deine Ergebnisse vor einem Gremium und beantwortest deren Fragen. Nach erfolgreicher Disputation wird dir der Doktortitel offiziell verliehen.
Dissertation:
Die schriftliche Doktorarbeit selbst, also das Dokument, das du am Ende deiner Forschung einreichst. Der Begriff kommt von dissertare (lat. erörtern) und bezeichnet deine wissenschaftliche Abhandlung zu einem Thema. In der Medizin oft synonym mit Doktorarbeit verwendet.
DOAJ:
Directory of Open Access Journals. Eine von Expert:innen kuratierte Datenbank, in die nur qualitätsgeprüfte Open-Access-Zeitschriften aufgenommen werden. Ein Journal im DOAJ zu finden, ist ein gutes Zeichen für Seriosität. Für Autoren: DOAJ kann helfen, legitime OA-Journals zu finden und Predatory Journals zu meiden.
DOI:
„Digital Object Identifier“ ist ein dauerhafter digitaler Identifikator für Publikationen (Artikel, Bücher etc.), über den diese eindeutig auffindbar sind. Beispiel: DOI:10.1000/xyz123 verweist immer auf genau diesen Artikel, egal wo er gespeichert ist.
Drittmittel:
Gelder von dritten Parteien (z. B. Forschungsförderungen, Stiftungen, Industrie) zur Finanzierung eines Projekts. Drittmittelprojekte unterliegen oft besonderen Vereinbarungen/Verträgen.
Effektgröße (Effect Size):
Maß für die Stärke eines Effekts oder Unterschieds, unabhängig von der Stichprobengröße. Beispiel: Cohen’s d bei Mittelwertsunterschieden oder Odds Ratio bei Fall-Kontroll-Studien. Eine Effektgröße quantifiziert, ob ein Unterschied nur statistisch signifikant oder auch praktisch bedeutsam ist.
Eigenfactor Score:
Alternative Journal-Metrik, die die Einflussstärke eines Journals misst, indem Zitate aus bedeutenden Journals höher gewichtet werden. Berücksichtigt einen 5-Jahres-Zeitraum und die Vernetzung der Zitate. Gibt an, wie wichtig ein Journal im Gefüge der wissenschaftlichen Literatur ist.
Eigenständigkeitserklärung:
Schriftliche Erklärung in der Dissertation, in der die/der Promovierende versichert, die Arbeit selbst und unter Einhaltung aller Regeln angefertigt zu haben (auch „Eidesstattliche Versicherung“ genannt).
Embargo (in der Wissenschaft):
Sperrfrist für die öffentliche Verbreitung wissenschaftlicher Ergebnisse. Journals haben z.B. Presse-Embargos (Ergebnisse dürfen vor Veröffentlichung nicht in Medien) oder Richtlinien, ob Preprints zulässig sind. Ein Daten-Embargo kann bedeuten, dass Daten erst nach einer gewissen Zeit freigegeben werden.
Endnote:
Kommerzielles Literaturverwaltungsprogramm, das häufig in Forschungseinrichtungen genutzt wird. Es ermöglicht das Speichern von Quellen und automatisches Erstellen von Zitaten/Bibliographien in Textverarbeitungen. EndNote ist mächtig, aber kostenpflichtig und erfordert Einarbeitung.
Erratum / Korrigendum:
Begriffe für Korrekturen zu einer bereits veröffentlichten Arbeit. Erratum (lat. Irrtum) wird oft verwendet, wenn der Fehler vom Journal/Verlag verursacht wurde (z.B. Druckfehler). Korrigendum (lat. zu Korrigierendes) bezeichnet Korrekturen durch die Autor:innen (z.B. Fehler in Daten oder Formeln). Beide werden i.d.R. im Journal publiziert und dem Originalartikel zugeordnet.
Ethikvotum:
Offizielle Zustimmung der Ethikkommission, dass ein Forschungsvorhaben ethisch vertretbar ist. Erforderlich für Studien mit Menschen oder sensiblen Daten.
Gantt-Chart:
Ein Balkendiagramm, das Phasen/Aufgaben über einer Zeitachse darstellt. Jeder Balken repräsentiert die Dauer einer Aktivität. Gantt-Charts visualisieren, wann was stattfindet, welche Aufgaben parallel laufen und wo Meilensteine liegen.
Ghostwriting:
Fertigung eines (wissenschaftlichen) Textes durch eine andere Person als die offiziell genannte Autorin/den Autor. Im Promotionskontext: jemanden für sich die Doktorarbeit (oder Teile davon) schreiben lassen – unzulässig.
Git (Versionskontrollsystem):
Ein Software-System zur Versionsverwaltung, das vor allem in der Softwareentwicklung genutzt wird. Git speichert Änderungen an Dateien (insbesondere Code oder Text) in Form von “Commits”, ermöglicht parallele Entwicklungszweige (Branches) und Zusammenführung (Merge). So kann man Änderungen nachvollziehen und im Team an denselben Dateien arbeiten, ohne sich gegenseitig zu überschreiben.
Gute wissenschaftliche Praxis (GWP):
Summe von Grundsätzen für korrektem wissenschaftlichen Arbeiten (z.B. Ehrlichkeit, Sorgfalt, Transparenz), um Fehlverhalten wie Datenmanipulation oder Plagiate zu verhindern.
h-Index:
Maß für die Publikationsleistung einer Person (oder seltener eines Journals). h = N bedeutet: Ein:e Forscher:in hat N Publikationen, die jeweils mindestens N-mal zitiert wurden. Beispiel: h-Index 10 heißt, es gibt 10 Papers mit ≥10 Zitaten. Kombiniert Veröffentlichungsanzahl und Zitationen.
Habilitation:
Die zweithöchste akademische Qualifikation in Deutschland. Sie ist der Nachweis, dass du eigenständig forschen und lehren kannst (Venia Legendi = Erlaubnis zu lehren). In der Medizin meist Voraussetzung für Chefärzte und Professoren.
Hybrid-Journal:
Ein Zeitschriftenmodell, wo Autor:innen die Wahl haben: Entweder klassisch (Leser zahlen, Artikel hinter Paywall) oder gegen Gebühr Open Access veröffentlichen. Das Journal bietet also beides an. Kritik: Verlage kassieren doppelt (von Bibliotheken und Autoren). Für Autoren aber eine Option, OA in etablierten Journals zu erreichen.
Ich-Botschaft:
Eine Kommunikationsregel, bei der du deine Wahrnehmung aus deiner Perspektive beschreibst („Ich habe den Eindruck…“) statt Vorwürfe zu machen. Das mindert Konflikte, weil du beim Gegenüber keine Schuldzuweisungen platzierst.
ICMJE:
Abkürzung für International Committee of Medical Journal Editors. Eine Gruppe, die Richtlinien für medizinische Publikationen erstellt, u.a. die oft zitierten ICMJE-Autorschaftskriterien. Diese definieren, wer als Autor gelistet werden soll und welche Beiträge nur eine Danksagung rechtfertigen.
Impact Factor:
Eine Kennzahl für Zeitschriften. Sie gibt an, wie oft im Schnitt Artikel dieser Zeitschrift in anderen wissenschaftlichen Arbeiten zitiert werden. Ein hoher Impact Factor gilt als Hinweis auf ein renommiertes Journal (je höher, desto besser).
Imprimatur:
formale Druckfreigabe der Fakultät nach Abschluss der Korrekturphase.
IMRaD:
Akronym für Introduction, Methods, Results, and Discussion – die typische Struktur wissenschaftlicher Artikel. Ein Paper beginnt mit Einleitung (Problem und Zielsetzung), beschreibt dann Methoden (Vorgehen), berichtet Ergebnisse und endet mit Diskussion (Interpretation und Schlussfolgerungen).
Inferentielle Statistik (schließende Statistik):
Teil der Statistik, der basierend auf Stichprobendaten Rückschlüsse auf die Grundgesamtheit zieht. Sie umfasst Hypothesentests und Konfidenzintervalle. Beispiel: Mit inferentieller Statistik prüft man, ob ein beobachteter Unterschied wahrscheinlich echt ist oder durch Zufall erklärt werden kann.
Interessenkonflikt:
Situation, in der persönliche oder finanzielle Interessen einer Forschenden Person die Unvoreingenommenheit oder Objektivität ihrer wissenschaftlichen Arbeit beeinflussen könnten. Sollte offengelegt werden.
Kanban-Board:
Ein Tafel- oder Board-System im Projektmanagement, das Aufgaben als Karten darstellt und typischerweise in Spalten wie “To Do”, “In Arbeit” und “Erledigt” unterteilt. Durch das Verschieben der Karten von links nach rechts wird der Fortschritt visualisiert (stammt ursprünglich aus der Produktionssteuerung, heute oft digital eingesetzt, z.B. in Trello).
Kohortenstudie:
Beobachtungsstudie, bei der eine definierte Personengruppe (Kohorte) über die Zeit verfolgt wird. Man vergleicht oft Untergruppen – z.B. Exponierte vs. Nicht-Exponierte – in Bezug auf das Eintreten eines Outcomes. Eignet sich, um Inzidenzen und Risikofaktoren zu untersuchen (prospektiv oder retrospektiv). Beispiel: Eine Kohorte von Nichtraucher vs. Raucher über 10 Jahre bezüglich Lungenkrebsrisiko beobachten.
Kovariable:
Eine Variable, die zusätzlich zur Hauptuntersuchungsgröße erfasst wird, weil sie das Ergebnis ebenfalls beeinflussen könnte. Durch Berücksichtigung von Kovariablen (z. B. Alter, Geschlecht) kann man Effekte bereinigen und Verzerrungen reduzieren.
Kumulative Dissertation:
Doktorarbeit, die aus mehreren Fachartikeln (meist bereits veröffentlicht oder eingereicht) plus verbindenden Texten besteht. Auch „Publikationspromotion“ genannt.
LaTeX:
Ein Textsatzsystem für hochwertige Dokumentenerstellung, insbesondere beliebt in der Wissenschaft. Anders als bei Word schreibt man den Inhalt mit Auszeichnungscode, und LaTeX rendert daraus ein schön formatiertes Dokument (z.B. mit präzisem Formelsatz, Literaturverzeichnis, professionellem Layout). Eignet sich gut für Publikationen, Abschlussarbeiten und Dokumente mit komplexer Formatierung.
Major Revision:
Entscheidungsoption nach Peer-Review: Das Journal gibt dem Manuskript eine Chance, verlangt aber erhebliche Überarbeitungen. Typischerweise müssen zentrale Punkte geklärt, Analysen ergänzt oder strukturelle Änderungen vorgenommen werden. Keine Garantie auf Annahme – nach der Überarbeitung wird erneut geprüft.
Manteltext:
verbindender Text bei kumulativen Dissertationen (Einleitung, Gesamt-Diskussion, integrative Zusammenfassung).
MD/PhD-Programm:
Kombinationsausbildung. Du machst neben dem Medizinstudium einen parallelen PhD (Doktor der Philosophie). Ergebnis: Du bist sowohl Arzt als auch promovierter Wissenschaftler – ideal für eine Karriere als „Clinician Scientist“.
MedReg:
Medizinalberuferegister der Schweiz; Register für die Eintragung von Ärzt:innen und anderen Gesundheitsberufen.
Meta-Analyse:
Statistische Zusammenführung von Ergebnissen aus mehreren Studien zu einer Gesamtabschätzung. Teil einer systematischen Übersichtsarbeit, liefert z.B. einen gepoolten Effekt (mit Gewichtung nach Studiengröße). Erhöht die Aussagekraft, indem sie einzelne Studienergebnisse aggregiert. Ergebnis oft dargestellt als Forest Plot mit Gesamteffekt.
Minor Revision:
Entscheidungsoption nach Peer-Review für kleinere Überarbeitungen. Die Gutachter:innen sehen nur wenige und eher oberflächliche Punkte zu verbessern (z.B. Klarstellungen, Tippfehler). Wenn diese Punkte behoben sind, steht einer Annahme meist nichts im Wege.
Monographie:
Eine klassische, in sich geschriebene Doktorarbeit als einzelnes Werk, nicht aus veröffentlichten Artikeln zusammengesetzt.
Mutterschutz:
Gesetzlicher Schutz für schwangere Frauen (und in teilweisen Fällen auch werdende Väter) im Arbeits- und Forschungsumfeld. Er regelt Ruhezeiten vor und nach der Geburt, verbietet bestimmte Arbeiten und sichert finanzielle Leistungen. Im Doktoranden-Job kann das z. B. bedeuten, dass du weniger Dienst arbeiten musst und Anspruch auf Elternzeit hast.
Narratives Review:
Qualitative Literaturübersicht ohne strenges Suchschema. Fasst vorhandene Literatur zusammen, kann subjektive Gewichtungen enthalten, daher anfällig für Bias. Nützlich, um einen breiten Überblick oder Theorievergleich zu geben.
Nominalstil: Schreibstil mit übermäßigem Gebrauch von Substantiven (Hauptwörtern) und oft Passiv-Konstruktionen. Führt zu langen, komplizierten Sätzen. Im Gegensatz zum Verbalstil (mehr Verben), der lebendiger und klarer wirkt.
Ombudsperson:
Vertrauensperson an einer Institution, an die man sich bei Fragen oder Meldungen zu wissenschaftlichem Fehlverhalten wenden kann. Sie berät vertraulich und kann Untersuchungen anstoßen.
Open Access:
Publikationsmodell, bei dem wissenschaftliche Artikel für Leser frei zugänglich sind, meist online. Finanzierung erfolgt oft über Publikationsgebühren (APCs) seitens der Autoren oder Förderer. Open-Access-Artikel erreichen ein größeres Publikum, da keine Bezahlschranke (Paywall) besteht. Es gibt reine OA-Journals und hybride Modelle.
Operationalisierung:
Umsetzung eines abstrakten Begriffs in messbare Indikatoren. Beispiel: „Stress“ operationalisieren durch Cortisollevel im Speichel oder durch Punkte auf einer Stress-Skala. Gute Operationalisierung erfasst den Kern des Begriffs möglichst genau, sodass er quantifiziert werden kann.
Overleaf:
Eine Online-Plattform für LaTeX, die kollaboratives, gleichzeitiges Arbeiten an LaTeX-Dokumenten ermöglicht. Mehrere Autoren können in Echtzeit Texte schreiben und formatieren, und Overleaf kümmert sich um das Kompilieren in ein PDF. Ideal für gemeinsames Schreiben wissenschaftlicher Texte, insbesondere mit vielen Formeln oder speziellen Formatierungsanforderungen.
p-Wert:
Kennzahl eines Signifikanztests, zwischen 0 und 1. Er gibt an, wie wahrscheinlich es wäre, die beobachteten (oder extremere) Daten zu erhalten, falls die Nullhypothese stimmt (also kein echter Effekt existiert). Ein kleiner p-Wert (z.B. <0,05) spricht dafür, die Nullhypothese zu verwerfen – d.h. das Ergebnis gilt als „statistisch signifikant“. Wichtig: Der p-Wert ist keine Fehlerwahrscheinlichkeit im Sinne „Wahrscheinlichkeit, dass H0 wahr ist“.
PDF/A:
standardisiertes PDF-Format für die Langzeitarchivierung; fordert u. a. Einbettung aller Schriften.
Peer Review:
Verfahren zur Qualitätssicherung wissenschaftlicher Publikationen. Unabhängige Fachkolleg:innen (Peers) begutachten anonym deinen Artikel und sagen, ob er publiziert werden kann oder verbessert werden muss.
Pflichtexemplare:
gedruckte Exemplare der Dissertation, die bei der Bibliothek abgegeben werden müssen.
Ph.D.:
Abkürzung für Doctor of Philosophy. International gebräuchlicher Doktorgrad für forschungsbasierte Promotionen, unabhängig vom Fach (auch in Naturwissenschaft, Medizin etc.). Ein Ph.D.-Programm umfasst meist 3–5 Jahre Vollzeitforschung und ist in Deutschland beispielsweise vergleichbar mit einem Dr. rer. nat. an einer naturwissenschaftlichen Fakultät, allerdings oft strukturierter. In vielen Ländern ist „PhD“ der Standard für einen forschenden Doktor, während der MD dort dem deutschen Staatsexamen entspricht.
Plagiat:
Die Übernahme fremder Texte oder Ideen ohne korrekte Quellenangabe, sodass es als eigene Leistung erscheint. Gilt als Täuschung/Fehlverhalten.
Postdoc:
Forscher:in nach der Promotion. Oft promovierst du in der Klinik, arbeitest dann als Assistenzarzt und postet-doc weiter in der Forschung. Ziel: mehr Publikationen sammeln, um Professor zu werden.
Power (Teststärke):
Wahrscheinlichkeit, mit der ein Test einen tatsächlich existierenden Effekt erkennt (also H0 ablehnt, wenn H1 wahr ist). Bei z.B. 80% Power und einem echten Effekt würde man in 80% der Fälle signifikant werden. Power hängt von Stichprobengröße, Effektgröße, Signifikanzniveau und Datenstreuung ab. Eine zu geringe Power erhöht das Risiko für β-Fehler (Übersehen eines Effekts).
Praxis:
Kurz für klinische Tätigkeit im Krankenhaus. (Im Glossar nicht erklärt, aber als Schlüsselwort in diesem Kapitel genutzt.)
Predatory Journal:
„Raubjournal“; pseudowissenschaftliche Zeitschrift, die Autor:innen gegen Bezahlung publizieren lässt, ohne ernsthaftes Peer-Review oder Qualitätskontrolle. Erkennbar an aggressiver Akquise, unrealistisch schneller Veröffentlichung und fehlender seriöser Indexierung. Publikationen dort gelten als unwissenschaftlich.
Preprint:
Eine wissenschaftliche Arbeit, die als Vorabveröffentlichung öffentlich zugänglich gemacht wird, bevor sie den Peer-Review-Prozess durchlaufen hat. Preprints erscheinen z. B. auf Servern wie arXiv, bioRxiv oder medRxiv und dienen dem schnellen Informationsaustausch, sind aber noch nicht von Fachkollegen offiziell begutachtet.
PRISMA:
Abkürzung für Preferred Reporting Items for Systematic Reviews and Meta-Analyses. Ein Leitfaden mit Checkliste und Flussdiagramm für die transparente Berichterstattung von systematischen Literaturübersichten. Das PRISMA-Flussdiagramm visualisiert den Auswahlprozess der Literatur (Identifizierung, Screening, Einschluss). Ziel: Qualität und Nachvollziehbarkeit von Reviews verbessern.
Projektstrukturplan (PSP):
Eine hierarchische Gliederung aller Aufgaben eines Projekts in Teilaufgaben (Work Packages). Der PSP zeigt, was alles getan werden muss, wer verantwortlich ist und welche Abhängigkeiten bestehen – quasi der detaillierte Bauplan des Projekts.
Promotion:
In der Hochschulsprache der Prozess des Erlangens eines Doktorgrades. Im Medizin-Kontext meint Promotion oft die Phase, in der du deine Doktorarbeit durchführst, inklusive Forschung, Schreiben und Prüfung. Am Ende der Promotion steht die Verleihung des Doktortitels. (Verb: promovieren: eine Promotion durchführen.)
Promotionsbüro:
Büro oder Servicestelle der Universität, das Promotionsangelegenheiten koordiniert. Hier klärst du formale Fragen (z. B. Anmeldung, Fristen, Bürokratie) und kannst Hilfe bei Problemen mit der Betreuung erhalten.
Promotionsordnung:
Offizielles Regelwerk der Universität/Fakultät, das Rechte und Pflichten im Promotionsverfahren festlegt (Zulassung, Ablauf, Anforderungen). Quasi die „Gesetzesgrundlage“ deiner Promotion.
Promotionsrecht:
Das Recht einer Institution (meist einer Fakultät), Doktorgrade zu verleihen. Liegt in Deutschland üblicherweise bei Universitätsfakultäten, nicht bei einzelnen Kliniken oder Abteilungen.
Präregistrierung:
Vorabregistrierung einer Studie oder Analyseplan in einem öffentlichen Register, bevor die Ergebnisse bekannt sind. Enthält Hypothesen, Studiendesign, primäre Endpunkte und geplante Auswertungsmethoden. Ziel: Forschungsprozess transparenter machen und p-hacking vorbeugen, indem klar ist, was explorativ oder konfirmatorisch war. Gängig bei klinischen Studien (z.B. ClinicalTrials.gov) und zunehmend auch in anderen Fächern (z.B. OSF Registries).
Publication Bias:
Verfälschung des wissenschaftlichen Gesamtbildes, die entsteht, wenn überwiegend positive/erfolgreiche Ergebnisse veröffentlicht werden und negative/null Ergebnisse unveröffentlicht bleiben. Registrierung und Open Science sollen dem entgegenwirken.
Qualitative Forschung:
Forschungsansatz, der auf nicht-numerischen Daten beruht (Texte, Interviews, Beobachtungen) und darauf abzielt, Tiefenverständnis für Motive, Einstellungen oder Prozesse zu erlangen. Ergebnisse sind z.B. beschreibende Kategorien oder Theorien, keine Statistiken. Beispiel: Interviewstudie mit Ärzt:innen über ihre Erfahrungen in der Pandemie, ausgewertet via Inhaltsanalyse.
Quantitative Forschung:
Forschungsansatz, der Daten quantifiziert (misst, zählt) und mit statistischen Methoden analysiert. Zielt auf objektive, verallgemeinerbare Ergebnisse ab. Beispiel: eine Umfrage mit standardisierten Antworten, deren Ergebnisse in Zahlen und Prozenten ausgedrückt werden und inferenziell getestet werden können.
Querschnittsstudie:
Beobachtungsstudie, bei der Daten zu einem einzigen Zeitpunkt von einer Stichprobe erhoben werden (Momentaufnahme). Sie dient vor allem zur Bestimmung von Prävalenzen oder zur Untersuchung von Zusammenhängen zu einem Zeitpunkt. Allerdings kann man zeitliche Abfolgen nicht klären (was war Ursache, was Wirkung). Beispiel: Befragung von 1000 Menschen im Jahr 2025 über ihren Impfstatus und gleichzeitige Messung von Antikörpern.
Randomisierte kontrollierte Studie (RCT):
Experimentelles Studiendesign, bei dem Probanden nach dem Zufallsprinzip in (mindestens) zwei Gruppen aufgeteilt werden: eine Interventionsgruppe (z.B. neues Medikament) und eine Kontrollgruppe (z.B. Placebo oder Standardbehandlung). „Kontrolliert“ heißt, es gibt einen Vergleichsmaßstab; „randomisiert“ sorgt für Gleichverteilung von Confoundern. Gut durchgeführte RCTs erlauben kausale Aussagen über die Wirksamkeit von Interventionen.
Randomisierung:
Zufällige Zuteilung von Studienteilnehmern zu Behandlungs- oder Untersuchungsgruppen. Dadurch sollen bekannte und unbekannte Einflussfaktoren gleich verteilt werden, um einen fairen Vergleich zu ermöglichen. Randomisierung ist Kernstück kontrollierter Studien (RCTs) – sie verhindert Selektionsbias und erhöht die interne Validität.
Rasterformat:
Grafikformat, das Bilder als Pixelraster speichert, z. B. PNG, JPEG, TIFF. Fotos und Screenshots sind Rasterbilder. Die Qualität hängt von der Auflösung ab (Anzahl Pixel pro Fläche); vergrößert man ein Rasterbild zu stark, wird es unscharf oder „pixelig“.
Rebuttal:
Der Antwortbrief der Autor:innen an die Reviewer und Editor nach einer Revision. Darin wird auf jeden Kommentar der Gutachter eingegangen, beschrieben welche Änderungen vorgenommen wurden oder warum bestimmte Vorschläge nicht umgesetzt wurden. Ton: sachlich, dankbar, lösungsorientiert.
REDCap:
Abkürzung für Research Electronic Data Capture. Eine spezialisierte Software-Plattform zur Erstellung von Online-Datenbanken und Formularen für Forschungsprojekte. REDCap ermöglicht u.a. Eingaben mit Validierung, Mehrnutzerbetrieb und ist in vielen Unikliniken im Einsatz, um Studiendaten sicher zu verwalten.
Reliabilität:
Zuverlässigkeit eines Messinstruments – gibt an, wie reproduzierbar die Ergebnisse sind. Bei hoher Reliabilität führt eine Wiederholung der Messung unter gleichen Bedingungen zu sehr ähnlichen Werten. Beipiele: Test-Retest-Reliabilität (Korrelation der Ergebnisse bei Wiederholung), interne Konsistenz (Zusammenhang der Items eines Fragebogens). Eine Messung muss reliabel sein, um überhaupt sinnvoll interpretiert zu werden.
Retraktion:
Rücknahme einer wissenschaftlichen Publikation. Erfolgt bei gravierenden Problemen: z.B. nachgewiesene Datenfälschung, Plagiat oder essentielle Fehler, die die Ergebnisse unbrauchbar machen. Eine Retraktion wird deutlich gekennzeichnet; der Artikel bleibt meist auffindbar, aber mit Vermerk “retracted”. Autoren und Journals entscheiden das gemeinsam oder auf Empfehlung von Gremien.
Rigorosum:
„strenge Prüfung“, häufig fachlich breiter angelegt als die Disputation und weniger auf die eigene Dissertation fokussiert.
Studienregistrierung:
Vorab-Registrierung eines klinischen Studienvorhabens in einer öffentlich einsehbaren Datenbank (z. B. DRKS, ClinicalTrials.gov), um Transparenz über Existenz und Design der Studie zu schaffen.
Systematische Übersichtsarbeit (Systematic Review):
Umfassende Zusammenstellung aller auffindbaren Studien zu einer klar definierten Fragestellung, nach vorab festgelegter Methode. Sie beinhaltet eine systematische Literaturrecherche, Auswahl nach Kriterien, Qualitätsbewertung der Studien und eine strukturierte Zusammenfassung der Befunde. Oft kombiniert mit Meta-Analyse. Liefert den besten Überblick über den evidenzbasierten Wissensstand zu einer Frage.
Systematisches Review:
Übersichtsarbeit mit definierter systematischer Methodik (Suche, Auswahl, Auswertung) aller relevanten Studien zu einer Forschungsfrage. Liefert reproduzierbare Ergebnisse; oft Basis für evidenzbasierte Empfehlungen.
TV-L:
„Tarifvertrag der Länder“; standardisiertes Gehaltssystem im öffentlichen Dienst der Bundesländer, nach dem auch Uni-Mitarbeiter bezahlt werden.
Validität:
Gültigkeit; gibt an, ob ein Instrument oder eine Studie tatsächlich das misst bzw. beantwortet, was sie vorgibt. Ein Ergebnis ist valide, wenn systematische Fehler gering sind und die Schlussfolgerungen wahrheitsgetreu sind. Man unterscheidet z.B. interne Validität (Ergebnis innerhalb der Studie glaubwürdig) und externe Validität (Übertragbarkeit auf andere Kontexte). Bei Messinstrumenten meint Validität, dass das Instrument den Zielbegriff genau erfasst (z.B. misst ein IQ-Test wirklich Intelligenz?). Ohne Validität sind Ergebnisse zwar vielleicht reproduzierbar, aber inhaltlich bedeutungslos.
Vektorformat:
Grafikformat, das Bilder durch geometrische Formen (Pfade, Kurven) beschreibt, z. B. SVG oder PDF. Vorteil: Vektorgrafiken lassen sich ohne Qualitätsverlust skalieren, daher sind Achsenbeschriftungen und Linien in Diagrammen stets scharf, egal wie groß man sie zoomt oder druckt.
VG Wort:
Verwertungsgesellschaft, die Autor:innen für die Nutzung ihrer Werke (z. B. in Bibliotheken) vergütet.
§ 132a StGB:
Strafnorm gegen den Missbrauch von Titeln; relevant für die unberechtigte Führung des Doktortitels.